| Quo vadis, Minifeld? |
| Freitag, den 19. März 2010 um 08:29 Uhr |
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Unter großem Jubel und mit einem Kick-Off im Beisein von Nia Künzer, Golden-Goal-Schützin des Fußball-WM-Finales 2003, war es im August vor zwei Jahren eröffnet worden, das DFB-Minifußballfeld an der Ernst-Reuter-Schule (ERS). Doch die Freude währte nicht lange. Schon im April 2009 hieß es „Rote Karte für die Freizeitkicker“ (wir berichteten). Denn nicht nur die Mädchenfußball-AG, die Kinder der benachbarten Kita und die Ernst-Reuter-Schüler hatten an dem 13 mal 20 Meter großen Mini-Spielfeld Gefallen gefunden, es war auch bis in die Abend- und Nachtstunden von Jugendlichen und selbst Erwachsenen stark frequentiert. Die Bälle knallten gegen die Banden, der Lärm wurde durch die angrenzende Sporthallenwand noch verstärkt, etlichen Anwohnern platzte der Kragen. Und unmittelbar vor den Osterferien schließlich rückte die Firma SKE an und begann mit dem Abbau des 30.000 Euro teuren, vom Deutschen Fußballbund (DFB) gesponserten Mini-Spielfelds. Banden, Tore, Aufbauten sind entfernt worden, lediglich der Kunstrasen ruht noch auf seinem Entwässerungsbett. Allerdings dürfen ihn die Schüler derzeit nicht betreten, erläutert ERS-Schulleiter Georg Köhler. Denn dort, wo früher noch Pfosten standen, ragen jetzt abgeflexte Enden aus dem Boden. Diese „Stolperfallen“, darauf drängt der Schulleiter, sollten nach Möglichkeit jetzt im Frühjahr beseitigt werden. „Wir wollen das Feld wenigstens als Spielfläche für die Pause erhalten.“ Was passiert mit dem Minifeld?Doch was passiert mit dem eigentlichen Fußball-Minifeld, das schließlich auch für das DFB-Modellprojekt „Soziale Integration für Mädchen durch Fußball“ genutzt werden sollte? Eine entsprechende Anfrage hatte Günter Steinheimer (Grüne) kürzlich in einer Ausschuss-Sitzung gestellt. Gabriele Perri vom FC Dietzenbach, Partnerverein für das Mädchenfußball-Projekt im Rahmen des Hegiss-Modellvorhabens „Wir bewegen uns“, wäre froh, wenn ein solches Minifeld auf das Areal des Waldstadions käme. Das könnten dann zusätzlich auch die Vereine nutzen, und Anwohner störte man dort ebenfalls keine. Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) indes hatte im Sozialausschuss geäußert, das von DFB-Präsident Theo Zwanziger ins Leben gerufene Projekt „1000 Mini-Spielfelder“ sehe vor, dass diese an eine Schule gekoppelt seien und auch im Umfeld einer solchen eingerichtet werden sollten. Dies sei auch üblicherweise der Fall, bestätigte eine DFB-Sprecherin gestern auf Anfrage. Der Verband prüfe allerdings derzeit, ob in dem einen oder anderen Fall möglicherweise ein alternativer Standort in Frage kommen könnte. Dreh- und Angelpunkt sind die KostenAuch zwischen der Stadt und dem Kreis Offenbach, der die nötigen Erdarbeiten zur Errichtung des Spielfelds gesponsert hatte, habe es bereits mehrere Gespräche über mögliche alternative Standorte gegeben, sagte Kreis-Sprecherin Kordula Egenolf gestern auf Anfrage. Allerdings habe man sich noch nicht einigen können. Möglicherweise, so Egenolf, müsse man noch einmal neu ein Mini-Spielfeld beantragen. Dreh- und Angelpunkt in dieser Frage sind die Kosten – sowohl diejenigen des Abrisses, als auch eines möglichen Neubaus an anderer Stelle und die von der Stadt aufzubringenden Folgekosten. Beim DFB könnte Ende des Monats eine Entscheidung fallen. |


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